Um das Wohnprojekt auf dem Areal der ehemaligen Steinacher Gärtnereizu ermöglichen, wird der Bebauungsplan Kapellenäcker imbeschleunigten Verfahren geändert.
Steinach. Der Gemeinderat von Steinach hat sich in seiner Sitzung am Montag erneutmit dem Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Gärtnerei-Areal befasst. Zunächstmahnte Hauptamtsleiterin Sabine Obert-Kempf die Gemeinderäte, eine mögliche Befangenheit beim Bebauungsplan Kapellenäcker zu überprüfen, womit Julian Faltin(FWV) in den Zuschauerreihen Platz nahm.
Bereits in der Mai-Sitzung war der Grundsatzbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans gefasst worden. Durch die Firma Orbau sollen zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt neun Zwei- bis Vier-Zimmer-Einheiten entstehen. Auf dem dahinter liegenden Teil des Grundstücks sind drei Reihenhäuser mit drei Etagen und Dachterrasse geplant. Darüber hinaus sollen ein viergeschossiges Haus fürbetreutes Wohnen mit 13 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sowie einzweigeschossiger Bau mit acht Wohnungen entstehen, bei denen die Betreuung wahlweise gebucht werden kann.
Die Änderung des Bebauungsplans für die 3.760 Quadratmeter große Fläche wird im beschleunigten Verfahren durchgeführt, wie Obert-Kempf erklärte. Bürgermeister Benedikt Eisele verwies darauf, dass die damit in Verbindung stehenden Planungskosten durch die Firma Orbau getragen werden. Das sei bereits in einem städtebaulichen Vertrag festgehalten, dem der Gemeinderat allerdings noch zustimmen müsse. Das Artenschutzgutachten sei durch Orbau bereits beauftragt worden, darin werde lediglich auf die Räumung des Baufelds in den Wintermonaten verwiesen.
Der Gemeinderat werde im laufenden Verfahren und bei der Umsetzung des Wohnbauprojekts noch mehrfach einbezogen, erklärte Eisele den Weg vom städtebaulichen Entwurf über die Offenlegung bis zum Bauantrag. Die Frage nach den Stellplätzen war bereits bei der ersten Vorstellung im beratenden Ausschuss Bauen,Umwelt und Verkehr Anfang Mai gestellt worden. Jetzt verwies Eisele auf 40 geplante Stellplätze, die zum Teil in einer Tiefgarage mit direktem Zugang ins Gebäude entstehen sollen. Orbau-Geschäftsführer Burkhard Isenmann erklärte demGemeinderat dazu: „Wir differenzieren bei den Stellplätzen.“
Bei den Wohnungen werde mit zwei Stellplätzen gerechnet, beim betreuten Wohnen gelte ein reduzierter Anteil und beim Mehrfamilienhaus werde mit der Tiefgarage und Außenstellplätzen gearbeitet. „Wir hätten auch oberirdisch mehr Stellplätze hinbekommen, aber wir wollten auch Grünfläche erhalten.“ In der Tiefgarage seien pro Wohnung zwei Stellplätze vorgesehen. Das könne zu Problemen führen, wenn die Eigentümer nur einen Platz kaufen wollten. Deswegen sei es sinnvoll, die Tiefgaragenplätze als Sondereigentum zu betrachten. Damit bleibe die Möglichkeit, freie Plätze anderen Wohnungen zuzuordnen.
Auf Nachfrage von Christine Haas-Matt (FWV) erklärte Isenmann, dass die Stellplätze von den Eigentümern theoretisch vermietet werden könnten. Hartmut Schwendemann (Grüne) erklärte mit Blick auf den Entwurf zum städtebaulichenVertrag, dass man „so früh im Verfahren eigentlich das Ziel noch nicht festlegt“. Trotzdem stellte er den Antrag, das bauliche Ziel mit Wohnen fürSenioren sowie das Mehrgenerationen-Cluster jetzt schon in den Vertrag aufzunehmen. Günter Schmidt (FWV) verwies auf die Abfahrt zur Tiefgarage von der Biberacher Straße aus und erkundigte sich nach der Anzahl der Stellplätze. 18Parkplätze sollen in der Garage entstehen.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig den Änderungsantrag Schwendemanns, die Änderung des Bebauungsplans Kapellenäcker im beschleunigten Verfahren sowie den städtebaulichen Vertrag zur Kostenübertragung auf die Firma Orbau abzuschließen.
Quelle: reiff Medien
Autor: Christine Störr

