Mit einem Tag der offenen Tür wurde die Tagespflege Grenzach-Wyhlen eröffnet. Die wichtige Einrichtung für die Gemeinde geht am Montag in Betrieb.
Autor: Heinz Vollmar
GRENZACH-WYHLEN Einen unerwartet großen Publikumsandrang erlebte am Samstag die Eröffnung und der Tag der offenen Tür in der neu erbauten Tagespflegeeinrichtung in der Scheffelstraße. Eine wichtige Einrichtung, die auch eine Versorgungslücke in der Doppelgemeinde schließt.
In entsprechender Weise äußerte sich bei der Eröffnung auch Bürgermeister Tobias Benz. Er sagte, dass die Eröffnung der Tagespflege in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag sei. Zum einen in städtebaulich als erstes Gebäude in der Neuen Mitte von Grenzach. Zum anderen in Bezug auf die Versorgung der Bevölkerung, der mit der Tagespflegeeinrichtung eine wichtige Versorgungs- und Betreuungseinrichtung zur Verfügung steht, ganz unabhängig davon, ob man in der betreuten Seniorenwohnanlage wohne oder nicht.
Im Übrigen sei die Schaffung einer Tagespflege ausdrücklicher Wunsch der Bevölkerung gewesen, so der Bürgermeister. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Workshops, die mit dem geplanten Bau der Seniorenwohnanlage einhergingen. Die neue Tagespflege sei mithin auch ein weiterer Baustein im Netzwerk sozialer Einrichtungen von der Kita für Kleinkinder bis zum Angebot für betagte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger.
An die Politik gewandt sprach sich Bürgermeister Tobias Benz bei der Einweihungsfeier ausdrücklich für mehr Unterstützung und für deutlich verbesserte Rahmenbedingungen von Einrichtungen der Tagespflege aus.
Einen Blick in die Vergangenheit warf bei der Eröffnung Axel Heitz, Vorstandsvorsitzender der Kirchlichen Sozialstation Grenzach-Wyhlen. Er sagte, dass er vor Jahren, als er das Amt der Sozialstation übernommen habe, nicht zu träumen wagte, dass man am Samstag in den käuflich erworbenen Räumlichkeiten eine Tagespflege eröffnen könne. Damals habe die Sozialstation kurz vor der Insolvenz gestanden. Danach habe man mit großem Einsatz, Prozessveränderungen und Neuerungen sowie einem engagierten Mitarbeiter- und Leitungsteam den „Turnaround“ geschafft. Dankesworte richtete er in diesem Zusammenhang an die vielen Spenderinnen und Spender, an die Gemeinde für deren Zuschüsse sowie an den Frauenverein Wyhlen. Nachdem Frauenverein bereits in der Vergangenheit die kirchliche Sozialstation unterstützte, überraschte der Verein am Samstag mit einer weiteren Spende in Höhe von 10 000 Euro, die eine Abordnung des Vereins an die neue Tagespflege übergab.
Im Hinblick auf die Tagespflege selbst sagte Axel Heitz, dass man zunächst davon ausging als Mieter in die neuen Räumlichkeiten in der Seniorenwohnanlage einziehen werde. Durch das Auftreten eines potentiellen Mitbewerbers, der die Räumlichkeiten kaufen wollte, sei man jedoch zum Handeln gezwungen worden und habe die Räumlichkeiten selbst käuflich erworben.
„Die Tagespflege einem Mitbewerber zu überlassen, hätte auch bedeutet, dass unser bisheriges Kerngeschäft, die ambulante Pflege, einen Konkurrenten bekommen hätte. Das wollten wir verhindern“, so der Vorstandsvorsitzende der Kirchlichen Sozialstation Grenzach-Wyhlen.
Mit der Erbringung der wichtigen Dienstleistung der Tagespflege wurde am Samstag mithin eine bestehende Versorgungslücke in Grenzach-Wyhlen geschlossen, so auch die Ansicht vieler Besucherinnen und Besucher. Sie hatten am Samstag auch Gelegenheit im Rahmen des Tages der offenen Tür die Räumlichkeiten der Tagespflege zu besichtigen. So auch das künftige Café, das von ehrenamtlichen Helfern der Bürgerstiftung betrieben werden soll.
Zuvor hatte Pfarrer Gerd Möller von der katholischen Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck und Vorstandsvorsitzender des Caritas-Verbandes im Landkreis Lörrach die neue Tagespflege gesegnet, so auch die Räumlichkeiten der Einrichtung.
Der offizielle Start der Tagespflege beginnt am heutigen Montag, 2. März.


