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Vorsitzender des Historischen Vereins erläutert 125-jährige Geschichte

07/05/2026
| Nordrach

Herbert Vollmer, Vorsitzender des Historischen Vereins Nordrach, erläutert die 125-jährige Geschichte dieses ortsprägenden Gebäudes. Als Wohnresidenz wird ab 2027 ein neues Kapitel geschrieben.

Nordrach (tom). „Ich kenne kein Gebäude, das in 125 Jahren so eine vielseitige Geschichte erlebt hat wie Schloss Rothschild in Nordrach“, sagte Herbert Vollmer, Vorsitzender des Historischen Vereins, beim symbolischen Spatenstich Ende April. Die Zeller Firmengruppe Orbau saniert es und schafft eine hochwertige Wohnresidenz mit 22 Einheiten.

Das OT fasst zusammen:

1899 bis 1905: Der Arzt Dr. Hettinger errichtet das architektonisch imposante Gebäude und betreibt darin seit 1900 ein Lungensanatorium. Aus finanziellen Gründen verkauft er es im Jahre 1905 an die „M. A. von Rothschild’sche Stiftung für Lungenkranke Frauen“, die Adelheid von Rothschild am 7. April 1903 zum Andenken an ihren Vater gegründet hat.

1905 bis 1941: Das Rothschild-Sanatorium wird ab 15. November 1905 nach dem Wunsch der Stifterin bewusst nach orthodoxen Maßstäben geführt. Im Anstaltsgebäude wohnen der jüdische Arzt und das übrige jüdische Personal. Es verfügt über 48 hohe, luftige Krankenzimmer, Gesellschaftsräume, Synagoge sowie drei voneinander getrennte Liegehallen in verschiedenen Höhenlagen. Zum Eigentum der Stiftung gehört auch ein jüdischer Friedhof. Von den 51 in der Zeit von 1905 bis 1941 in Nordrach verstorbenen jüdischen Personen finden insgesamt 28 ihre letzte Ruhe auf diesem Friedhof.

1942: Am 29. September werden die letzten der verbliebenen Juden aus der Heilanstalt deportiert und „in den Osten abgeschoben“. Das Grundstück wird enteignet und auf den Verein „Lebensborn“ übertragen. Schwangere Frauen können dort unerkannt und geschützt entbinden. 242 Kinder kommen dort zur Welt. Danach dient Schloss Rothschild als Lazarett für amerikanische und französische Soldaten.

1945 bis 1947: Nach dem Zweiten Weltkrieg werden schätzungsweise 100.000 Kinder in der französischen Besatzungszone geboren, deren Mütter Verhältnisse mit französischen Soldaten hatten. Die französische Regierung brachte diese Kinder gegen den Willen der Mütter nach Frankreich. Das einstige Lazarett wird eine regionale Sammelstelle für diese Kinder. Die deutschen Mütter müssen alle Rechte abgeben, und die Kinder werden nach einem Gesundheitstest zur Adoption freigegeben. Das Kinderheim wird 1949 geschlossen.

1952 bis 1969: Im Zuge der Wiedergutmachung kommt das Sanatorium wieder in jüdischen Besitz. Nach einem zweijährigen Leerstand verkauft ein Sohn der Baronin Adelheid von Rothschild das Grundstück mit dem Sanatorium an Thaddäus Zajac aus Schömberg/Calw, dessen erste Frau eine polnische Jüdin war. Er betrieb die Einrichtung bis 1969 wieder als Lungensanatorium, danach kurze Zeit auch als Krebsnachsorgeklinik, schließlich als neurologisch-psychiatrisches Pflegeheim. Danach wird Schloss Rothschild mehrfach verkauft.

1993 bis 2019: Im Jahre 1993 übernehmen die „Oberrheinischen Kliniken“ mit Sitz in Bad Krozingen das Pflegeheim. Dieser Träger wird im Jahre 2012 von der Median Unternehmensgruppe mit Sitz in Berlin übernommen. Bis zur Schließung 2019 – die Landesheimbauordnung schreibt Einzelzimmer vor, die dort nicht umsetzbar sind – wohnen knapp 100 Personen teils seit Jahrzehnten im Pflegeheim. Sie sind Nordracher und nehmen, soweit es jedem möglich ist, am Dorfgeschehen Anteil. Die Patienten werden zuletzt von 35 Mitarbeitern betreut.

2021 bis 2027: Die Zeller Firmengruppe Orbau kauft das leerstehende Gebäude und plant 22 Wohneinheiten. Im März 2026 beginnen die Bauarbeiten. Die Fertigstellung ist für Herbst 2027 geplant.

Bericht: Herbert Vollmer – Offenburger Tageblatt

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