Am Samstag, 26. Juli, feiert das Zeller Schulzentrum sein 50-jähriges Bestehen. Tausende Besucher werden zu dem großen Schulfest mit Musik, Mitmachaktionen und Jahrgangstreffen erwartet.
ZELL A. H. Zum Jubiläum verwandelt sich das Bildungszentrum „Ritter von Buß“ in einen Ort der Begegnung und Erinnerung. Im Mittelpunkt des Tages steht das große Wiedersehen: Ehemalige Schülerinnen und Schüler treffen sich – viele an Tischen in der Sporthalle – , die nach ihren Abschlussjahrgängen beschriftet sind. Am Tisch „1979“ versammelt sich zum Beispiel der erste Realschul-Jahrgang. Zells Bürgermeister Günter Pfundstein könnte an „seinem“ Tisch von 1983 Platz nehmen.
Klassentreffen mit großer Resonanz Nach dem ersten Aufruf im Frühjahr meldeten sich schnell über 60 Klassen an (fast aus jedem Jahrgang mindestens eine), die Halle war im Handumdrehen ausgebucht. Doch das Wiedersehen findet auf dem gesamten Schulgelände statt. Wer spontan vorbeischaut oder sich anderswo verabredet, wird garantiert bekannte Gesichter treffen, bei Musik, einer der Aktionen, einem kühlen Getränk oder einfach beim Spaziergang durch die alten Klassenzimmer.
Festakt für geladene Gäste
Das offizielle Programm beginnt um 12.15 Uhr mit einer Feierstunde für geladene Gäste. Vertreter der Stadt Zell und umliegender Gemeinden, des Schulamts, ehemalige Rektoren, Bildungspartner und Kultusstaatssekretär Volker Schebesta werden erwartet.
Anschließend startet das Bürgerfest
Gegen 13.30 Uhr öffnet sich das gesamte Schulgelände für alle Besucher. Gleichzeitig beginnt das große Klassentreffen in der Turnhalle. Für die Verpflegung sorgen mehrere Foodtrucks auf dem Gelände mit einem abwechslungsreichen Essensangebot.
Kein Fest ohne Musik
Das Schulorchester spielt um 13.30 und 15.30 Uhr und die „Hofmusiker“, zwei ehemalige Schüler und ein Musiklehrer, sorgen für Straßenmusik auf dem Schulhof. Auch beschwingte Blasmusik unter der Leitung von Stefan Polap wird hier und da zu hören sein. Dazu kommen kreative Angebote und sportliche Herausforderungen für Jung und Alt.
Mitmach-Aktionen der Schulklassen
Denn die aktuellen Klassen haben sich besondere Aktionen für das Jubiläum ausgedacht: Rätsel, Kreativworkshops, Aufführungen, Sport und sogar einen Escape-Room. Wer mitmachen (und dieses Engagement unterstützen möchte), kann sich für fünf Euro eine Stempelkarte an einem der vier Getränkestände kaufen. Die Karte kann bis 16 Uhr allein oder gemeinsam mit Freunden und Familie für neun beliebige Aktionen genutzt werden. Ist die Karte voll gestempelt, berechtigt sie zur Teilnahme an der Tombola.
Attraktive Preise
Die Gewinne der Tombola werden um 16.30 Uhr verlost. Es gibt unter anderem Europapark-Tickets, Bärenpark-Eintrittskarten, Rucksacktouren mit „Anni“ und ein vom SC Freiburg signiertes Trikot.
Schuldisko als krönender Abschluss
Wer dann immer noch nicht genug hat, darf abends noch mal Teenie sein. Ab 19 Uhr findet im Tellerbau (ehemaliges Kulturzentrum Obere Fabrik) eine vom JuKu organisierte Schuldisko statt. Mit Hits aus den 80ern, 90ern, 00ern und 10ern kommt alles auf den „Plattenteller“, was früher auf Schulpartys lief und heute noch läuft. Der JuKu (Jugend- und Kulturarbeit Zell am Harmersbach) will mit legendären Kultgetränken wie Korea, Grüne Witwe oder 43er Milch so manch Erinnerung an frühere Schulpartys wieder aufleben lassen. Hoffentlich ohne die sagenhaften Nebenwirkungen.
Anfahrt und Parken
Die Kirchstraße wird am Samstagmorgen ab 8 Uhr im Bereich der Schule gesperrt. Autofahrer werden gebeten, am Kilwi-Platz in Unterharmersbach zu parken und den kostenlosen Shuttlebus zu nutzen, der von 11.30 bis 18 Uhr zwischen dem Kirchplatz und der Schule pendelt. Die Parkplätze von Schwimmbad und Einkaufsmärkten sollten wegen deren regulären Betriebs nicht genutzt werden. Fahrradfahrer finden Stellplätze unterhalb des Neubaus (Lehrerparkplatz) und auf dem Schulhof des SBBZ. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund von Bauarbeiten ist die Harmersbachtalbahn zwischen Biberach und Oberharmersbach aktuell vollständig gesperrt. Der Schienenersatzverkehr mit Bussen fährt zu geänderten Zeiten und benötigt etwas länger als üblich. Besucherinnen und Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, steigen am besten am Bahnhof Zell a. H. aus. Von dort sind es nur wenige Gehminuten bis zum Bildungszentrum.
Logistik-Marathon für die Schule
Seit eineinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest. „Wir sind alle keine Eventmanager“, kann Schulleiterin Anne-Catrin Medel eine Woche vor der Veranstaltung wieder lachen.
GEMA Anmeldung, Straßensperrung, Sanitätsdienst, Feuerwehr, Schankgenehmigung, Mülltonnen – die Organisationsliste ist lang und überraschend vielfältig. Seit Anfang Mai befindet sich die Schule, insbesondere das Orga-Team, in der heißen Phase. Doch die Schule steht nicht allein da. Der Elternbeirat übernimmt den kompletten Getränkeausschank, der Förderkreis unterstützt das Fest ebenfalls tatkräftig. „Wichtige Säulen“, sagt Medel. „Denn ein Fest dieser Größe braucht viele helfende Hände.“
50 Jahre Schulgeschichte
Das Bildungszentrum entstand 1975 aus dem Zusammenschluss verschiedener Nachbarschulen sowie der damals in Zell bestehenden Grund- und Hauptschule mit Realschulzug. Am 7. Mai 1975 wurde der Neubau eröffnet. Seitdem sind Tausende von Schülern durch die Gänge gelaufen, von der Grundschule über die Werkrealschule bis zur Realschule. Der Einzugsbereich umfasst heute die Gemeinden Zell, Nordrach, Oberharmersbach und Biberach. Das Bildungszentrum „Ritter von Buß“ ist eine Verbundschule, die sich aus drei Schularten zusammensetzt: Grundschule mit angegliederter Grundschulförderklasse, Werkrealschule und Realschule.
Den Namen erhielt die Schule erst 1977 im Vorfeld zum 100. Todestag von Franz Joseph Ritter von Buß. Der gebürtige Zeller wurde 1803 als Sohn eines Schneiders und Bürgermeisters geboren. Aus bescheidenen Verhältnissen wurde er später Professor in Freiburg und setzte sich leidenschaftlich für soziale Gerechtigkeit ein. 1863 erhob ihn der österreichische Kaiser in den Ritterstand. Eine Ehre, die dem Engagement des Zellers für Bildung und Gesellschaft Rechnung trug.
Quelle: Schwarzwälder Post – Bericht: Susanne Vollrath



